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1.
Spandauer
Jugend Theater Wochen
19.04. - 10.05.2008 |
THEATERFEST
IM
RAHMEN DES FESTSOMMERS 2008 IM FALKENHAGENER FELD
YENI CAMII
BERTOLT-BRECHT-OBERSCHULE
MARTIN-BUBER-OBERSCHULE
B.-TRAVEN-OS
DAS HELMI
SCHREIBWERKSTATT
FOTOWERKSTATT
JTW SPANDAU
ERSTES SPANDAUER JUGENDTHEATERFEST
Abschlussfest der JugendTheaterWochen
Finanzierung: (siehe Endnote)1
Ort: Garten des Klubhauses in der Westerwaldstraße
Zeitpunkt: 10.5.2008, 17.00
Leitung: Hartmut Schaffrin
Die JugendTheaterWerkstatt organisierte ein kostenfreies Grillfest für die
Nachbarn im Falkenhagener Feld und für die Teilnehmer der ersten Spandauer
Jugendtheaterwochen. Im Rahmen dieser Veranstaltung fanden auch das
Treffen junger Darsteller, die Theaterstücke „Kinder auf der Landstraße“
und „Ödipus“, sowie ein Informationstreffen zum neuen Theater-Projekt der
JTW (AMERIKA!) statt.
Dank der großzügigen Spende der Firma Reichelt und der tatkräftigen Hilfe
einiger anwohnender Jugendlicher gab es genügend zu essen und zu trinken.
Der Abschluss der Jugendtheaterwochen klang mit einem Lagerfeuer am Abend
gemütlich aus.
DAS HELMI | ÖDIPUS
Gastspiel der internationalen Puppenbühne Das Helmi
Finanzierung: (siehe Endnote)1
Ort: Theatersaal der JTW
Zeitpunkt: 10.5.2008, 20.45
Das Highlight des Abschlussfestes war Das Helmi mit seinem charmanten
funky Theater jenseits von Puppenklischees. Seine Figuren sind Clowns und
Anarchisten – und selbst in der verfahrensten Situation fällt ihnen immer
noch ein guter Spruch ein. Das Ensemble aus Prenzlauer Berg brachte seine
selbst gebastelten Puppen ins Falkenhagener Feld Spandaus und führte mit
ihnen einen Theaterklassiker vor: Ödipus.
Am 10.5.2008 erfüllte Das Helmi den Theatersaal der JTW mit 45-minütiger,
atemberaubender Präsenz, die durch die Interaktion mit den im Publikum
sitzenden Anwohnern, Kindern und Jugendlichen des Falkenhagener Feldes
ausgelöst wurde. Nicht nur die Zuschauer waren von der Inszenierung
verzückt, sondern vor allem die Künstler von den Zuschauern.
TREFFEN JUNGER DARSTELLER
Zweistündige Klausur mit den Darstellern der Spandauer
JugendTheaterWochen
Finanzierung: JugendTheaterWerkstatt Spandau
Ort: Kleiner Saal der JTW
Zeitpunkt: 10.5.2007, 17.00 – 19.00
Leitung: R. K. Gómez de Mello
Am 10.5.2008 trafen sich 35 Darsteller im Alter von
12 bis 16 Jahren aus der Mädchentheatergruppe der Spandauer Moschee Yeni
Camii, der Theater-AG der Bertolt-Brecht-Oberschule, der Theater-AG der
Martin-Buber-Oberschule und dem Workshop mit der B.-Traven-Oberschule, um
sich über ihre Theatererfahrungen auszutauschen. In drei gemischten
Kleingruppen sollte der jeweilige Leiter mit seiner Gruppe drei
grundsätzliche Fragen diskutieren und die Äußerungen schriftlich
festhalten: Wie hat die Theatererfahrung die Darsteller verändert? Wie
sieht eine ideale Theatergruppe aus? Wie kann eine
Jugendtheatereinrichtung bestmöglich Angebote bereitstellen?
Alle Jungdarsteller waren sich darüber einig, dass
das Durchführen eines Theaterprojektes mit anschließender Aufführung zu
einer Verstärkung des Selbstbewusstseins und der eigenen Offenheit anderen
gegenüber führt, vor allem deshalb, weil man neue Facetten seines eigenen
Charakters, aber auch Freunde anders kennen lernt. Auch den Sinn für
Solidarität und die Bereitschaft, Probleme gemeinsam zu bewältigen, lehrte
das Theaterspielen. Die Erfahrung wurde trotz großer Anstrengungen und den
immensen Anforderungen an die eigene Belastbarkeit als sehr befreiend
empfunden und das Bedürfnis, sich selbst und eine Botschaft mitzuteilen
wurde befriedigt. Aber auch eine neue Art von Ernst wurde kennen gelernt,
die der Verantwortlichkeit und der Eigeninitiative und es wurde die
Erfahrung gemacht, dass Theater eine besondere Form der Kunst darstellt,
die man selber beleben
muss.
Jugendliche fordern einen Theaterleiter/eine
Theaterleiterin der/die gleichzeitig Autorität und Symphatieträger ist:
Durchsetzungsvermögen, Konsequenz, einen klaren Kopf, vorbildliches
Verhalten, aber auch Neutralität, Vertrauenswürdigkeit, Verständnis und
Geduld sollte der Mensch, der diese Position besetzen möchte, mitbringen
oder wenigstens anstreben. Ganz wichtig ist es auch, dass er sich in die
Spieler hinein versetzen kann.
Die Gruppe der Schauspieler sollte stark miteinander harmonisieren und
zusammenhalten können. Gleichzeitig sind unterschiedliche und individuelle
Typen gewünscht, damit keine homogene Langeweile aufkommt. Vor allem wird
gegenseitiger Respekt gefordert. Der gemeinsame Spaß steht genauso im
Vordergrund wie das Erreichen eines gemeinsamen Ziels. Dafür ist es aber
auch erforderlich, dass die Gruppe geplant arbeitet, sich gut abspricht
und bereit sein muss, viel Zeit für Proben aufzuwenden. Bei den
Jugendlichen unter 18 Jahren ist es wichtig, dass sie mit Altersgenossen
zusammenarbeiten. Ab einem Alter von ca. 18 Jahren fühlt man sich reif
genug, von (viel) Älteren zu lernen. Die Teilnehmerzahl sollte von der
Größe des Projekts abhängen, aber die Anzahl von 30 besser nicht
überschreiten.
Die ideale Theatergruppe sollte laut den jungen
Darstellern eine bestimmte Methode, eine Struktur als Ritual bei jedem
Treffen immer wiederholen: Zuerst eine kleine Gruppenbesprechung über den
Stand der Dinge, dann ein Warm-Up durchführen, das zur eigentlichen
Theaterarbeit hinleitet. Dabei sollten möglichst die Jugendlichen selbst
entscheiden, ob die Arbeit bis zur Präsentation auf einer Methode der
Improvisation oder auf einem Text basierend gestaltet werden soll. Den
grundlegenden strukturellen Rahmen darf dies aber nicht sprengen.
An Angeboten kann eine Jugendtheatereinrichtung niemals genug haben.
Große, umbaufähige und akustisch gut ausgearbeitete Räumlichkeiten werden
genauso gefordert wie eine reibungslos funktionierende
Technik. Es wird ein stilvolles Theater gewünscht, das mit einem
klassischen, automatischen Vorhang ausgestattet ist und mit genug Plätzen
für Zuschauer. Eine große Leinwand sei auch nicht zu verachten. Darüber
hinaus wünschen sich alle theaterspielenden Jugendlichen nach
Geschlechtern getrennte Umkleideräume und eine Entspannungsecke.
Für Individuelle Beratungsgespräche sollte Personal und Zeit da sein, aber
auch der Austausch über die Theatererfahrungen der eigenen Gruppe mit
anderen sollte regelmäßig(er) stattfinden und auch die Besprechung von
Stücken, die man sich zusammen in anderen Theatern ansehen sollte, könnte
für regelmäßige Abstände organisiert werden.
Ein gutes Theater gibt viel Mitsprachrecht und verteilt Rollen - in allen
Bereichen – gerecht.
FAZIT
Ein Problem war, dass die Jugendlichen aufgrund
mangelnder Erfahrungen die eigenen Bedürfnisse und Probleme noch nicht
klar erkennen und formulieren konnten und daher leicht im Klischee stecken
blieben. Da sich die Teilnehmer sehr fremd und nicht an so eine Situation
gewöhnt waren, fixierten sie sich sehr auf ihren Gruppenleiter und waren
sehr schüchtern. Dennoch war das „Treffen junger Darsteller“ der Ansatz
einer möglichen demokratischen Partizipation Jugendlicher, der aber
inhaltlich weiter entwickelt werden muss.
I. MARTIN-BUBER-OBERSCHULE | ZARATHUSTRA
Die Martin-Buber-Oberschule ist eine Gesamtschule mit gymnasialer
Oberstufe im Spandauer Stadtteil Falkenhagener Feld.
Theater-AG für die 7. und 8. Klassen der MBO
Start: Februar 2007
Finanzierung: JugendTheaterWerkstatt Spandau
Ort: Theatersaal der JTW
Zeit: Freitags 16:30 – 18:00
Leitung: R. K. Gómez de Mello
In der AG werden Theatertechniken der Improvisation und der allgemeinen,
strukturierten Darstellungskunst erprobt. Sich gegenüber seinen
Mitschülern und Mitmenschen öffnen und seine eigene Kreativität
organisieren zu können, ist das grundlegende Ziel.
Für die 1. Spandauer JugendTheaterWochen erarbeitete die achtköpfige
Gruppe über 5 Nachmittage ein 15-minütiges Theaterstück mit dem Namen
ZARATHUSTRA, das auf der Vorrede zu Friedrich Nietzsches Buch „Also sprach
Zarathustra“ basierte. Die Geschichte reflektierte die Außenseiterposition
eines Weltverbesserers und nahm somit Bezug auf die Schwierigkeiten der
Jugendarbeit im Falkenhagener Feld.
Die Schüler öffneten sich im Verlauf der Proben gegenüber ihren eigenen
Ideen und ihrer Kreativität. Durch die zielgerichtete Arbeit
solidarisierten sie sich miteinander noch stärker als zuvor. Der Auftritt
vor Publikum am 3.5.2008 bedeutete einen Riesenschritt für das
Selbstverständnis der 13- 15-Jährigen.
II. B.-TRAVEN-OS
KINDER AUF DER LANDSTRASSE
Die B.-Traven-Oberschule ist eine Gesamtschule, an der gegenwärtig ca. 500
Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 7 bis 10 unterrichtet
werden. Sie wurde vor kurzem zur Gemeinschaftsschule erklärt. Pädagogische
Leitlinien der BTO sind unter anderem Erziehung zur Gewaltfreiheit und
Entwicklung einer positiven Schulkultur.
Dreitägiger Kurzworkshop mit einer 8. Klasse
im Rahmen des Langzeitprojektes „Theater und Musik an der BTO“
Finanzierung: (siehe Endnote)1
Ort: Räumlichkeiten der JugendTheaterWerkstatt
Leitung: R. K. Gómez de Mello
Mit neun Schülern der Klasse 8.4 wurde die kurze Erzählung Franz Kafkas
„Kinder auf der Landstraße“ theatralisch umgesetzt. Die Geschichte
beschreibt
eine sich selbst isolierende Welt von Kindern, die von den Zukunft
spendenden Autoritäten ignoriert werden. Miteinander suchen sie einen
Lebenssinn, um der Welt zu sagen: „Ich bin da!“.
Schüler und Dozent strukturierten in einem gruppendynamischen Prozess die
Geschichte auf abstrakte Art und Weise. Das alltäglich-soziale Leben von
Kindern und Jugendlichen des Falkenhagener Feldes wurde in künstlerischer
Form wiedergegeben und die Aufführung am 10.5.2008 spiegelte das
kollektive Scheitern einer vernachlässigten Generation wider. Die
Teilnehmer bewiesen hohes Verantwortungsbewusstsein für ein eigen
erstelltes Kunstprodukt.
III. BERTOLT-BRECHT-OBERSCHULE | WIR MIT
UNS
Die Bertolt-Brecht-Oberschule ist eine Gesamtschule mit gymnasialer
Oberstufe, an der alle Schulabschlüsse erworben werden können.
Theater-AG für die 7. bis 9. Klassen der BBO
Start: 2005
Finanzierung: BBO und JugendTheaterWerkstatt Spandau
Ort: Theatersaal der JTW
Zeit: Freitags 15:00 – 16:30
Leitung: Larissa Gorn
Die 14 bis 16-jährigen Mitglieder der AG wagten über drei Jahre den
Versuch, sich durch die Mittel des Theaters anders kennen zu lernen. Sie
konzentrierten sich dabei vor allem auf das Handwerk und wollten dabei den
„Teamcharakter“ des Theaters verinnerlichen. Das zweite Augenmerk legte
die AG auf den spontanen Ausdruck und auf die Konfrontation mit der Bühne
und ihren Möglichkeiten.
Die siebenköpfige Gruppe entwickelte für die 1. Spandauer
Jugendtheaterwochen eine eigene Theaterform, bestehend aus einer Collage
der unterschiedlichen und sehr starken Persönlichkeiten der Teilnehmer.
Zusammengehalten wurden die verschiedenen Beiträge der Jugendlichen durch
Motive aus Jean Cocteaus Roman „Kinder der Nacht“, der von einer
Jugendgruppe handelt, die abseits der Erwachsenenwelt lebt und ihre
eigenen Rituale besitzt.
Die Aufführung von „Wir mit uns“ am 26.4.2008 war ein großer Gewinn. Bei
allen SchülerInnen hat das Projekt einen wichtigen Beitag zur jeweiligen
Persönlichkeitsentwicklung geleistet. Der Mut zum Sprung in das für alle
unerschlossene Gebiet zwischen Theater und Selbstversuch zahlte sich aus.
Die Vorstellung von 45 Minuten Länge verließen sehr zufriedene Eltern und
Lehrer.
IV. YENI CAMII | GENÇLIGIN FERYADI
Die Yeni Camii in der Lynarstraße ist eine von
vier Moscheen in Spandau.
Mädchentheatergruppe der Yeni Camii
Finanzierung: Yeni Camii
Ort: Theatersaal der JTW
Zeitpunkt: 19.4.2008, 16.00 -19.00
Leitung: Hatice Kesici
Auf der Suche nach einem Proben- und Aufführungsort für ihr Theaterprojekt
Gençligin Feryadi (Aufschrei der Jugend) fanden die jungen Türkinnen unter
der Leitung von Hatice Kesici den Theatersaal der JugendTheaterWerkstatt
im Falkenhagener Feld. Zum ersten Mal in ihrem Leben wurden sie mit der
Produktion eines Stücks konfrontiert und mit der Auseinandersetzung mit
dem für sie neuen Medium Theater, mit seinen Möglichkeiten und
Unmöglichkeiten.
Die 25 Darstellerinnen zwischen 13 und 18 Jahren setzten sich mit der
Frage auseinander: „Was tun, wenn die Freunde einen anderen Weg
einschlagen?“ Unter Verwendung von Gedichten und Liedern islamischen
Ursprungs suchten sie die Antwort. Sie fanden ein Theaterstück über
Beeinflussung und über die Schwierigkeit, eine eigene Entscheidung zu
treffen.
Schon vor der Premiere am 19.4.2008, mit der die Spandauer
JugendTheaterWochen von der Schirmherrin Bezirksstadträtin Ursula Meys
eröffnet wurden, sorgten die Rahmenbedingungen des Projektes für
Aufregung. Das in türkischer Sprache geplante, dreistündige Theaterstück
wurde nämlich ausschließlich mit und für Mädchen und Frauen konzipiert und
vertrat islamische Werte. Nicht zuletzt weil die Beteiligten auf der Bühne
ihre Kopftücher abnahmen, sollten weder Jungen noch Männer im Publikum
sein. Der Zugang zum Theater wurde daher durch die männlichen
Familienmitglieder kontrolliert.
VI. JUGENDTHEATERWERKSTATT | FREITEXT
Schreibwerkstatt der JTW
Finanzierung: JugendTheaterWerkstatt
Start: Januar 2008
Ort: Theatersaal der JTW
Zeitpunkt: 3.5.2008, 18.00
Leitung: Britta Kagels
Junge Dichter und Nachwuchsautoren verschiedenen Alters schufen, lasen
und besprachen unter der Leitung Britta Kagels' ein halbes Jahr lang
literarische Texte. Unter den Ergebnissen fanden sich sozialkritische
Allegorien, postmoderne Traumsequenzen und spröde Sexphantasien, die von
den Schöpfern am 3.5.2008 einem generationsübergreifendem Publikum
vorgetragen wurden. Begleitet wurden die Lesungen von Sitar und Klavier.
Parallel wurden auch mit einigen schulschwänzenden Jugendlichen Rap-Texte
gedichtet. Dabei stellte sich heraus, dass einige von ihnen nicht
schreiben konnten. Der musikalische Leiter nahm mit ihnen ihre Rap-Lieder
auf CD auf. Zum Auftritt selbst sind die Jugendlichen nicht erschienen.
VII. JUGENDTHEATERWERKSTATT |
FREISTIL
Foto- und Designwerkstatt des Klubhauses
Finanzierung: (siehe Endnote)1
Ort: Foyer des Klubhauses in der Westerwaldstraße
Zeitpunkt: 3.5.2008, 18.00
Leitung: Patryk Witt
Über ein Jahr warb Patryk Witt im Stadtteil für sein Projekt, das sich
dem Design an Plakaten, digitalen Welten, Mode, etc. widmete. Die
Teilnehmer verschiedener nationaler Herkunft bereiteten unter seiner
Leitung eine Ausstellung vor und präsentierten am 3.5.2008 im Foyer des
Klubhauses ihre
Arbeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gestaltungskunst.
1 Im Rahmen des Stadtteilmanagements
Falkenhagener Feld-Ost mit Mitteln der EU, der Bundesrepublik Deutschland
und des Landes Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil,
Programmteil Soziale Stadt“
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