NACHTASYL / AUFBAU WEST |
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Theater von Maxim Gorki / Ausstellung über das Falkenhager Feld
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| Sechsundzwanzig und Eine | ||||
| Erzählung von Maxim Gorki Regie Carlos Manuel
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| Nachtasyl | ||||
von Maxim Gorki Regie Carlos Manuel Michael Krücke Martin Schielke
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| Aubau West | ||||
Ausstellung über das Falkenhagener Feld Leitung Hartmut Schaffrin
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Zitty 24/2004 SOZIALDRAMA Berliner Zeitung Nachtasyl zwischen Plattenbauten "Wozu lebt man denn? - "Man lebt um zu sterben." Das Falkenhagener Feld ist ein Stadtteil Spandaus und ein Problemkiez. In den Plattenbauten wohnen etwa 40 000 Menschen - oft in Angst, denn die Kriminalität hat stark zugenommen. Das soll sich nun ändern: Die Jugend Theater Werkstatt Spandau, die seit 1987 versucht, Jugendliche durch Schauspielerei von der Straße zu holen, zeigt jetzt in einer Ausstellung - begleitend zu den Vorstellungen - Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeit. Generationsübergreifende Computerworkshops oder ehrenamtliche Aktionen zur Quartiersverschönerung sind nur zwei der Ideen. Es passt zu ihrem Leben im Problemkiez, dass sich die Laienschauspieler zwischen elf und 61 Jahren in diesem Jahr für Maxim Gorkis "Aufbau West/Nachtasyl" entschieden haben. Gorki beschreibt die Resignation von Alkoholikern, Prostituierten und Dieben, in die durch das Auftauchen von Luka zwar ein Hoffnungsschimmer kommt, wodurch die Trostlosigkeit allerdings auch erst ins Bewusstsein tritt: "Wozu lebt man denn?"- "Man lebt um zu sterben." Der Regisseur Carlos Manuel, der schon 2002 mit der Theatergruppe und dem Stück "Peer Gynt" an den Berliner Festwochen teilgenommen hatte, erkannte die Bezüge, die zwischen diesem Stück und dem Leben im heutigen Problemkiez bestehen. Jede einzelne Person trägt Tragik in sich - und diese nimmt man den 18 Laienschauspielern auch ab. Durch die Kürze der Auftritte aber auch die einengende Atmosphäre von Fred Pommerehns Bühnenbild wird deutlich, wie unwichtig man sich in einer solchen Umgebung oft fühlen muss. Vielleicht kann so in den Besuchern aus dem Kiez der Wille geweckt werden, an ihren Lebensumständen etwas zu ändern. |
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| Berichte | ||||
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Diskussion zur sozialen Lage im Falkenhagener Feld 24.Oktober 2004 In der Kulisse der Ausstellung Aufbau West diskutierten am 24.Oktober 2004 nach einer Vorstellung von Nachtasyl die Theaterbesucher und Einwohner des Viertels mit Experten: Hartmut Schaffrin, Leiter der JTW und
des Projekts, beschrieb das
Entstehen der JTW aus Zufall und aus dem Geist der 80er Jahre. In einem
Stadtteil von 40.000 Einwohnern, wo vormals keinerlei künstlerische
Arbeit vorhanden gewesen sei, und auch heute kaum soziokulturelle
Projekte zu finden seien, stelle die JTW nach nun 17 jähriger Arbeit
eine soziale und kulturelle Konstante dar. Auch sollte es im nächsten
Jahr weitere finanzielle Einschnitte geben, werde die JTW das
künstlerisch verarbeiten und trotzig noch größere Projekte
realisieren. Carlos Manuel, Regisseur am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Thalia Theater Halle und am Hans-Otto-Theater Potsdam, verwies auf die Wirkung und Bedeutung, die das Stück Nachtasyl über die Grenzen des FF hinaus entwickle. Das Stück sei für das Viertel relevant, beziehe sich aber nicht direkt darauf, sondern verhandle Problemstellungen, die auf der ganzen Welt zu finden seien. Wie kommt man aus der Passivität und Opferhaltung heraus? Andrej Holm, Stadtsoziologe an der Humboldt Universität zu Berlin, sprach über die in der Stadtsoziologie diskutierten Problemanalysen und Prognosen für Großsiedlungen. Der Aufbau dieser Siedlungen sei zunächst gefördert worden, nun aber ziehe sich der Staat aus seiner Verantwortung zurück. Das Fehlen sozialer Einrichtungen, auch für die zahlenmäßig schnell anwachsende ältere Bevölkerung, verstärke Individualisierung und Perspektivlosigkeit in der Bevölkerung. Detlef Mischorr, Polizeihauptkommissar und Präventionsbeauftragter des Abschnitts 21, informierte über seine Tätigkeit als Präventionsbeauftragter. Er diagnostizierte im Viertel ein Ansteigen der Kleinkriminalität und einen zunehmenden Verlust des Sicherheitsgefühls und will in Reaktion darauf gesellschaftliche Kräfte (Kirche, Lehrer etc.) bündeln und Präventionsräte schaffen. Heike Ließfeld, ehemalige SPD-Abgeordnete und eine der immer noch zahlreich hier wohnenden Erstbezieherer der Großraumsiedlung, bedauerte die fehlende Solidarität der Bewohner untereinander, wie sie im vergleichbaren Märkischen Viertel gleich in den ersten Jahren durch eine fehlerhafte Heizkostenabrechnung entstand. Sie berichtete aus der Geschichte des Stadtteils, von der Freude der ersten Jahre, überhaupt eine Wohnung zu bekommen, von Auseinandersetzungen um das Jugendzentrum Klubhaus in den 70er Jahren, von der Diskussion über eine Fußgängerzone um die Westerwaldstraße herum, und sie beklagte das Fehlen von Orten der Begegnung aber auch von aktiven Persönlichkeiten im Viertel. Unter den Besuchern meldete sich Kay Wuschek, zukünftiger Intendant des Berliner carrousel Theaters, zu Wort und lobte das künstlerische Niveau der Aufführung. Ein holländischer Architekt sprach von der gesellschaftlichen Bedeutung von Projekten wie der JTW. Ältere Bewohner des Viertel freuten sich über die Möglichkeit in eine Ausstellung und in ein Theatersück gehen zu können. Auch Jugendliche aus dem Stadtteil waren anwesend, beteiligten sich aber nicht aktiv am Gespräch. Und so blieb es eine Reflexion der Erwachsenen über die Lage und die Notwendigkeiten vor Ort, teils in Sorge über wachsende Probleme, teils aber auch in Freude über das gelungene Projekt und diesen Abend der Auseinandersetzung. |
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| Katalog | ||||
| Katalog NACHTASYL /
AUFBAU WEST (pdf 2,3MB ) Kataloggestaltung: Angélica Chio |
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| Gefördert durch: Aktion Mensch, Bezirksamt Spandau, VHS Spandau, Niemeier Baumaschinen | ||||