"QUIZOOLA!"
 

Dezember 2000 


"Wir wissen nicht, wer wir sind, wenn wir nicht wissen, wer wir sein werden: erkennen wir uns in diesem alten Mann, in jener alten Frau."
Simone de Beauvoir

 

 

Quizoola

Quizoola

 
"QUIZOOLA!" von der britischen Performance-Gruppe Forced Entertainment ist kein Theaterstück im herkömmlichen Sinne, "QUIZOOLA!" ist ein Text, bestehend aus 2000 Fragen, die inhaltlich zwischen
vermeintlich banalen Kinderfragen ("Warum ist die Sonne gelb ?"),
philosophischen Ansätzen ("Was ist Stille?")
und persönlichen Bekenntnissen ("Wieviele Narben hast du?") hin- und herspringen.
Diese Fragen fungieren als Basis, als Improvisationsmaterial für einen Theaterabend, der zwischen 2 Personen ausgetragen und ausgefochten wird.
Die Spielregeln sind einfach: kommuniziert werden kann nur über Frage und Antwort, die Sprache ist einziges Kommunikationsmittel zwischen 2 Personen, die sich über mehrere Stunden in einem Raum befinden und dort von Zuschauern besucht werden können.
Quizoola

 
In der Spandauer Inszenierung von "QUIZOOLA!" werden die Paare aus alten und jungen Spielern, Senioren und Schülern bestehen. Ziel ist, zwei völlig unterschiedliche Altersgruppen in einen Dialog zu schicken, der in der Realität selten stattfindet.
Waren es früher die Großfamilien, in denen die unterschiedlichen Generationen zwangsläufig aufeinandertrafen, so sind es heute eher ghettoisierte Bereiche wie Seniorenwohnheim und Kleinfamilie, die generationsübergreifende Kommunikation selten möglich macht.
Werden gesellschaftlich alte Menschen unter "Senioren" und junge unter "Schülern" subsumiert und somit austauschbar gemacht, betont "QUIZOOLA!" die Individualität jedes einzelnen Spielers.
Ziel ist das Sichtbarmachen der Persönlichkeiten durch ein Spiel mit Fiktion und Realität, wissend, daß eine Lüge mehr über eine Person erzählen kann, als die Wahrheit.

Spielort war die Lily-Braun Oberschule in Berlin-Spandau. Anfang 1900 gebaut, fungiert die Schule als gemeinsamer biographischer Ausgangsort. Gespielt wird in Klassenräumen, der Turnhalle und der Aula, in denen sich jeweils ein Paar befinden wird. Der Zuschauer kann mittels Lageplan, der am Eingang ausgehändigt wird, die bespielten Räume identifizieren und selbst entscheiden, wie lange er bei welchem Paar bleibt.

Darsteller: Sabine Dotzer, Michael Frisch, Tanja Knauf, Manfred Keil, Franz Koppka, Heinz Kreitzen, Ilse Lehmann, Helga Plaene, Dennis Simon-Chipman, Annika Wloch und Jakob Neri als Empfangschef
Regie : Gudrun Herrbold
Technische Realisation: Joseph Wucherpfennig, Gilles Stein